Schweizer Arbeitszeugnisse benoten über «Zufriedenheitsformeln» auf einer Skala von 1 bis 6 (6 = beste). Diese Skala ist eine verbreitete Konvention der Zeugnissprache, keine offizielle oder gesetzliche Skala. «Stets zu unserer vollsten Zufriedenheit» ist die Bestnote, «zu unserer Zufriedenheit» nur genügend. Zwei Wörter entscheiden: die Steigerung («volle/vollste») und «stets».
Notenskala 1–6 im Überblick
| Note | Stufe | Typische Leistungsformel |
|---|---|---|
| 6 | Sehr gut | «stets zu unserer vollsten Zufriedenheit» |
| 5 | Gut (Normqualifikation) | «stets zu unserer vollen Zufriedenheit» |
| 4 | Befriedigend | «zu unserer vollen Zufriedenheit» |
| 3 | Genügend | «zu unserer Zufriedenheit» |
| 2 | Ungenügend | «im Grossen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit» |
| 1 | Mangelhaft | «hat sich bemüht, die Aufgaben zu erfüllen» |
Unsicher, welche Note in Ihren Formulierungen steckt? Ich lese sie präzise aus, inklusive der Frage, ob «stets» oder «vollste» tatsächlich da steht.
Jetzt zur kostenlosen VorprüfungDie zwei entscheidenden Wörter
- «vollste» vs. «volle» vs. nichts, die Steigerung hebt oder senkt die Note um je eine Stufe.
- «stets» / «jederzeit», signalisiert Dauerhaftigkeit. Fehlt es, war die Leistung nur zeitweise auf diesem Niveau.
Beispiel: «stets zu unserer vollsten Zufriedenheit» (Note 6) gegenüber «zu unserer vollen Zufriedenheit» (Note 4), nur zwei Wörter Unterschied, aber zwei Notenstufen.
Was ist die Normqualifikation?
In der Schweiz gilt die Note «gut» als Normqualifikation, nicht «genügend» (das ist die deutsche Konvention). Weicht Ihr Zeugnis nach unten ab (schlechter als gut), muss der Arbeitgeber die Abweichung belegen; behaupten Sie eine bessere Note (sehr gut), tragen Sie die Beweislast (Art. 8 ZGB). Eine ungenügende Note (1–2) ohne nachvollziehbare Grundlage können Sie beanstanden.
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